ELEKTRODENKESSEL

Leitung: STEAG Energy Services GmbH

Standort: Völklingen

Im Umland von Saarbrücken werden jährlich 2 Mrd. kWh elektrische Energie und 600 Mio. kWh Fernwärme von der STEAG GmbH erzeugt. 

In Völklingen-Fenne betreibt sie mit dem Modellkraftwerk Völklingen, dem Heizkraftwerk Völklingen, einer Grubengas-Motorenanlagen sowie einer Gasturbine mit Abwärmenutzung verschiedene Kraft- Wärme-Kopplungsanlagen.

An der Schnittstelle zwischen dem Strom- und dem Wärmesektor hat das Energieunternehmen aus Essen einen Elektroden-Kessel (E-Kessel) installiert. Er wandelt mit einem Wirkungsgrad von fast 100 % Strom in speicherbare Wärme um. Das Prinzip ist einfach: durch einen mit Wasser gefüllten Kessel fließt Strom, der das Wasser erhitzt. 

Bei negativen Preisen an der Leipziger Strombörse kann die STEAG mit dem E-Kessel überschüssigen Strom aus dem Netz aufnehmen und wirtschaftlich in Wärmeenergie für ihre Endverbraucher umwandeln.

Der E-Kessel trägt gemeinsam mit den Steinkohleblöcken, den anderen Anlagen zur Sektorkopplung und dem Fernwärmespeicher Dillingen zur Flexibilisierung des Kraftwerksstandorts Völklingen-Fenne bei.

Ansprechpartner

Richard Lindenau
Projektleitung
STEAG Energy Services GmbH

EINSATZ ALS PRIMÄRREGELLEISTUNG

Um die Normalfrequenz von 50 Hertz im bundesdeutschen Stromnetz jederzeit halten zu können, benötigen die Übertragungsnetzbetreiber ein Werkzeug, das unvorhergesehene Schwankungen in Sekundenschnelle ausgleichen kann.
Dieses Werkzeug ist die Primärregelleistung. Sie muss innerhalb von 30 Sekunden verfügbar sein, um einen Stromausfall verhindern zu können. Stromseitig übertrifft die Flexibilität des E-Kessels die heutigen Anforderungen für Primärregelleistung.

Sein Potenzial ist aber noch steigerbar, wenn der gesamte Kraftwerksstandort mit betrachtet wird. Darüber hinaus kann mit dem Grubengasnetz ein weiterer Energiesektor durch den gemeinsamen Betrieb von E-Kessel und Grubengasmotoren gekoppelt werden, um zusätzliche Flexibilität zu schaffen.